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Yogi unter Bodhibaum

Moksha: Losgelöstheit vom Ego

Moksha bedeutet „Befreiung, Erlösung, Loslösung“ und ist eng mit der Befreiung aus der Kette von Geburt, Tod und Wiedergeburt (Samsara) verknüpft. Da im Hinduismus das Individuum unweigerlich auf die Erde zurück kommt und der Kreislauf von Geburt zu Geburt bis zur endgültigen Erlösung weitergeht, stellt Moksha für Hindus das letzte Ziel des menschlichen Lebens dar.

DieseYogi Bodhibaum Moksha, Bildnachweis: life.paperblog.comr Kreislauf (Samsara) beschreibt die relative Existenz in der materiellen Welt, die wie eine Art Illusion gesehen wird, an die man gefesselt ist.

Moksha „Erleuchtung“ wird oft als Losgelöstheit vom Ego und der Anhaftung an die Welt angesehen; dieser Zustand wird auch als Sackski (Zeugenbewusstsein) bezeichnet an dessen Ende die völlige Einheit der Welt im Brahman, dem höchsten, formlosen Sein, steht. Der buddhistische Satz aus dem Mahayana „Nirvana ist Samsara“ könnte in die gleiche Richtung deuten. Naturgemäß führt ein solcher Ansatz zu einer weniger negativen Bewertung der Welt, da sie ja als eins und identisch mit Brahman oder Nirvana gesehen wird.

Quelle: Wikipedia, Bildnachweis: life.paperblog.com

Die Traditionen des Hinduismus empfehlen drei, gelegentlich auch vier, verschiedene Wege, Moksha zu erreichen:

  • den Weg der Gottesliebe (Bhaktiyoga)
  • den Weg des Wissens (Jnanayoga) sowie
  • den Weg der selbstlosen Tat (Karmayoga).
  • den Weg der Meditation (Dhyanayoga).

BHAKTIYOGA
In der Lehre des Bhaktiyoga wird propagiert, dass der Mensch die Gnade Gottes benötige, damit er Erlösung erlangt. Während einige die Meinung vertreten, diese Gnade würde durch liebende Hingabe (Bhakti) erreicht, gehen andere von der Gnade Gottes aus, die ohne eigenes Zutun erlangt werde.
Viele Richtungen weisen darauf hin, dass es bei der Erlösung nicht um die Einheit und Identität des Individuums mit dem Brahman, sondern um Teilhabe und Gemeinschaft mit Gott, ähnlich den Erlösungsvorstellungen des Christentums, geht.

Moksha als eine Befreiung von der materiellen Existenz nach dem Tode sowie Freiheit von allen mentalen Bindungen verstanden, nicht als Auflösung jeglicher Dualität. Für sie gilt Bhakti, als die Liebe zu Gott und Gottes Liebe zum Menschen und der ganzen Schöpfung als einzige Voraussetzung.

JNANA YOGA
Der Weg des Jnana Yoga geht von der Erlösung durch das Streben nach wahrem Wissen und Erkenntnis aus. Nach Meinung der Vertreter dieses Weges gilt das unerbittliche Gesetz des Karma, wonach der Mensch ausschließlich selbst für seine Erlösung verantwortlich ist. Dies entspricht der Sichtweise des klassischen Brahmanismus und der Philosophie der Upanishaden. Der Advaita Vedanta beschreibt in den Mahavakyas die Seele (Atman) als identisch mit Brahman, dem formlosen Höchsten und absolutem Bewusstsein – Ayam Atma Brahma. Die Erkenntnis dieser Identität führt zur Auflösung des falschen Ich-Gedankens (Ahamkara), der den Atman überlagert. Moksha bedeutet hier die Erkenntnis der Einheit des Individuums mit dem höchsten Göttlichen, Brahman.

KARMAYOGA
Karmayoga oder Karmamarga, der Yoga der Tat, fordert ein Handeln ohne Anhaftung an die Ergebnisse. Oft wird dieser Begriff auch als Weg des selbstlosen Dienstes verstanden.

RAJAYOGA
Als Raja Yoga (königlicher Yoga) wird der Weg von Gedankenarbeit (positivem Denken) und Meditation (Dhyana) beschrieben. Eine Vorstufe zum Raja Yoga ist der Hatha Yoga, der über den Weg von Körperübungen (Asanas) und Pranayama: Der Yogi bereitet seinen Körper vor und öffnet seine Energiekanäle (Chakren), um längere Zeit in der Meditation verweilen – und in höhere Stufen des inneren Glücks gelangen zu können.

Wenn der Körper und der Geist ausreichend durch spirituelle Übungen (Yoga, Visualisierungen, Mantras, Atemtechniken) gereinigt sind, erwacht die Kundalini-Energie (inneres Glück) und der Yogi kann sich auf höhere Stufen der Meditation konzentrieren (Kundalini-Yoga, Gottheiten-Yoga, höhere Atemtechniken, Mudras, Verweilen in der Erleuchtung).
Diese Übungen sind in der Hatha-Yoga-Pradipika, dem Grundwerk des Hatha Yoga, genau beschrieben.

 

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