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Handstand YogaGen Adho Mukha Vrikshasana

Handstand macht Platz für Neues

Du fühlst dich schlapp? Vergiß Espresso – mach einen Handstand! Wie du auf Händen die Welt umarmst und gleichzeitig Stärke, Abstand und neue Perspektive gewinnst.

Der Handstand hat natürlich Vieles dem Kopfstand gemeinsam: Beide fördern sie körperliche und geistige Balance und beide entlasten die Organe durch die umgekehrte Wirkung der Schwerkraft.

Auf körperlicher Ebene baut der Handstand zudem Kraft in Armen, Beinen der Brust und im oberen Rücken auf.

Keine Angst vor dem Handstand!

Ja, es erfordert eine gewisse Portion Mut, auf den Händen zu stehen. Wir werden teilweise mit hochkommenden Ängsten konfrontiert – aber wer sich nicht entmutigen lässt, dem winken Freude und Selbstbewusstsein als Belohnung.

Um den Handstand (Adho Mukha Vrikshasana), zu üben musst du kein Yoga-Profi sein – die richtige Technik lässt sich erlernen. Allerdings solltest du

  • bei Erkrankungen der Augen, Bluthochdruck, Herzbeschwerden und während der Schwangerschaft einen Handstand oder Kopfstand nur nach Absprache mit einem Arzt praktizieren.
  • Bei Problemen mit Handgelenken oder Schultern praktiziere besser den Unterarmstand bzw. lasse auch bei Osteoporose Vorsicht walten.

Zum Handstand gibt es natürlich Varianten wie Schulterstand, Delphin, Skorpion; bei allen Umkehrübungen befindet sich das Herz oberhalb des Kopfes, was sich beruhigend und energetisierend auswirkt.

Handstand YogaGen Adho Mukha VrikshasanaStell dir das Ganze mal umgedreht vor…

Ja genau, umgedreht: Denn mit den Beinen  am Boden wäre der Handstand die Berghaltung (Tadasana), die dir die Erdung in deiner Asanapraxis gibt. Wenn sich dein Körper erinnert, wie die Ausrichtung in Tadasana funktioniert, kannst du dieses Verständnis u.a. im Handstand umsetzen – die Aufrichtung samt Ankerpunkten und Stabilität die daraus folgt.
Genau diese Ausrichtungsprinzipien wenden wir im Handstand umgedreht – also auf den Händen stehend – an. Die große Herausforderung: Die Aufrichtung funktioniert umgedreht nur mit Körperspannung 🙂

Danke an Bella, für das wunderbare Bild aus Bali 🙂

Wer mit dem Handstand Neues wagt oder wessen Schultern nicht sehr offen sind, wird im Vorfeld einige Vorbereitungsübungen schätzen:

  • Extrem wichtig: Gut aufwärmen, besonders die Handgelenke und die Schultern.
  • Achte beim Üben darauf, daß die Arme vollständig gestreckt sind, die Ellbogenbeuge zeigt nach innen. Tipp: Nutze evtl. anfangs einen Gurt, den du um die Ellbogen ziehst und der deine Arme in der richtigen Stellung hält.

Übe den halben Handstand an der Wand:

  • dann eine Beinlänge entfernt stehen und die Beine in Hüfthöhe 90° zum Oberkörper an die Wand stellen. Von hier mal das eine, dann das andere Bein gestreckt nach oben führen (Füße flex – denk an die umgedrehte Berghaltung).
  • Im nächsten Schritt kommst du mit dem Oberkörper an die Wand: Komm zuerst ins Uttanasana mit dem Rücken an der Wand, bringe dann mit dem Rücken zur Wand die Hände zum Boden und versuche mit einem Bein nach oben zu schwingen – wenn das klappt, auch mit dem anderen.
  • Falls ihr schon beide Beine nach oben bringen könnt: Fallt eurem Rücken zuliebe auf keinen Fall ins Hohlkreuz – genau: Bauchspannung…
  • Haltet den Blick auf die Hände gerichtet und legt den Kopf nur ganz leicht in den Nacken.
  • Für besseren Halt: Verlagert das Gewicht von den Handflächen zu den Handwurzeln, die Balance steuert ihr über die Fingerspitzen.

So positiv wirkt sich der HANDstand auf Körper und Geist aus:

  1. Der Blutkreislauf wird durch Umkehrübungen angeregt: Durch die höhere Sauerstoffzufuhr im Gehirn kann so die Hirnaktivität angeregt werden.
  2. Die herausfordernde Pose trainiert deinen Gleichgewichtssinn und kann bei Haltungsschäden helfen, die Wirbelsäule zu entlasten und stärkt sie.
  3. Da die Organe nach unten sinken und der Lungenraum komprimiert wird, fällt das Atmen schwerer. Wir atmen langsamer und tiefer, wodurch die Aufnahme von Sauerstoff begünstigt wird. Diese tiefe, gleichmäßige Atmung und der Fokus reduzieren Ärger, Angst und Stress.
  4. Du tankst Mut und Selbstvertrauen durch deine Überwindung, körperliche Stärke und weil du die Angst loslässt. Durch deinen Fokus auf die Atmung trainierst du gleichzeitig deine Konzentrationsfähigkeit.
  5. Umso länger du die Position halten kannst, umso mehr Kraft baust du im Rücken und Bauch sowie in Armen, Schultern und Nacken auf. Das hilft dir, dich auch im Alltag aufrecht und gerade zu halten und verhindert Rückenschmerzen.
  6. Durchblutungsstörungen und Venenverstopfung helfen und damit Krampfadern vorbeugen.
  7. Last but not least: kopfüber betrachtet, siehst du alles aus einer anderen Perspektive.

Diese befreiende Wirkung kann sich einstellen:

Wenn wir Kraft und Konzentration für den ungewohnten Balance-Akt aufwenden, bleibt keine Zeit, keine Kapazität um in Gedanken gefangen zu sein. Endlich kann unsere Intuition in unser Bewusstsein vordringen – und uns Wege aufzeigen, wo vorher noch Chaos war.

 

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